16.01.2026 von Claudia


Wir sitzen am Flughafen. Zwei Wochen Reise durch Burkina Faso gehen zu Ende. Im Herzen tragen wir eine Mischung aus Wehmut und tiefer Dankbarkeit – überwältigt von all den Eindrücken, erfüllt von Begegnungen, und gesund.

Hinter uns liegen unzählige Kilometer durch das Land. Wir haben Städte und kleine Dörfer gesehen, staubige Straßen und lebendige Plätze, und überall Menschen, die uns mit offenen Armen empfangen haben. Es waren wundervolle, berührende Begegnungen, die bleiben werden.

In diesen zwei Wochen durften wir 19 Schulen einweihen.
19 Feste. 19 Mal Musik, Tanz, Reden.
Wir haben den Worten von Direktoren und Dorfchefs gelauscht – voller Stolz, Hoffnung und Verantwortung. Und ich selbst habe 19 Reden gehalten, oft mit zitternder Stimme, immer mit großem Respekt.

So oft wurden uns Geschenke überreicht: bunte Stoffe, Urkunden, traditionelle Kleidung, Mais, Hühner, sogar Schafe. Zeichen von Wertschätzung, die von Herzen kommen. Wir haben unzählige Hände geschüttelt, gemeinsam gelächelt, immer wieder das obligatorische „Photo de Famille“ gemacht.
Bänder wurden durchschnitten, Klassenzimmer besichtigt, Schulhöfe betreten. Danach saßen wir zusammen, teilten das Essen: Hühnchen, Reis, Bohnen, Tô – und manches, dessen Namen wir nicht kannten, aber dessen Geschmack wir nie vergessen werden.

Die meisten Bauprojekte sind gut gelungen. Die Gebäude stehen solide, die Klassen sind voll, Bäume wurden gepflanzt. Wir sind glücklich und dankbar, dass wir an so vielen Orten das Richtige tun durften.
Manchmal jedoch klappt es nicht perfekt. Es gibt Baumängel, fehlende Reparaturen, leere Klassenräume – weil die Unterstützung vor Ort nicht immer ausgereicht hat. Auch das gehört zur Realität. Wir lernen, damit zu leben, denn wir wissen: Wir geben immer unser Bestes.

Immer wieder wird uns bewusst, wie unfassbar wichtig Schulbildung ist.
Kinder lernen in Klassen mit bis zu 150 Schülern – oder sie bekommen gar keine Chance, eine Schule zu besuchen. Es berührt uns tief, zu sehen, was Bildung für jedes einzelne Kind bewirken kann. Sie verändert Leben. Sie schenkt Zukunft.
Wie schön ist es, zu sehen, dass so viele Mädchen zur Schule gehen. Wie sehr sich alle anstrengen. Wir sehen Kinder, die hart arbeiten, die oft bis spät abends über ihren Hausaufgaben sitzen – weil sie diese Chance nutzen wollen. Bildung ist für sie kein Muss, sondern ein Geschenk.

Gleichzeitig sind wir tief beeindruckt davon, wie glücklich die Menschen hier sind. Sie haben so wenig – und wirken doch so zufrieden. So viel zufriedener, als wir es oft bei uns erleben.

Die Gastfreundschaft ist überwältigend. Überall werden wir herzlich empfangen, mit Respekt, Wärme und echtem Interesse.
Und das Miteinander der Menschen berührt uns besonders: das Kümmern um die Kleinen und die Alten, Kinder, die auf der Straße spielen, große Geschwister, die Verantwortung für die Jüngeren übernehmen. Dieses Gemeinschaftsgefühl, dieses füreinander Dasein – davon können wir so viel lernen.

Jetzt sitzen wir hier am Flughafen.
Müde. Erfüllt. Dankbar.
Und mit dem sicheren Gefühl, dass diese Reise Spuren hinterlassen hat – in Burkina Faso und in unseren Herzen.

Mit dieser Reise haben wir erneut viele Weichen für die kommenden Jahre gestellt:

✅ Neue Schulbauprojekte: Wir haben fast 60 Deligationen zugehört und werden gemeinsam in Deutschland entscheiden, wo wir in diesem Jahr bauen werden .

✅ Erweiterung bestehender Schulen: Überall dort, wo Klassen überfüllt sind, versuchen wir im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten mit weiteren Gebäuden Abhilfe zu schaffen.

✅ Mädchenförderung: Im Foyer Monique haben wir erlebt, wie wichtig es ist, jungen benachteiligten Mädchen Bildung zu ermöglichen. Doch was passiert nach dem Abitur? Auch hier unterstützen wir die Mädchen weiter, um den Übergang in einen Beruf und damit in ein selbstbestimmtes Leben zu fördern.

✅ Aufklärungsunterricht: Unser Team hat gute Arbeit geleistet , in Bamako konnten wir uns davon selbst ein Bild machen. Sensibilisierungskurse zu Gesundheitsfragen und Familienplanung bleiben wichtig, und wir hoffen, dass Projekt auch für das kommende Schuljahr finanzieren zu können.

Unsere Arbeit ist nur durch eure Unterstützung möglich. Jede Schule, die wir bauen, jeden Brunnen, den wir finanzieren, jede Schulbank, die wir liefern – all das geschieht dank eurer Spenden.

Jede Spende macht einen Unterschied. Sie schenkt Kindern Bildung, Hoffnung und eine Zukunft.

Wir hoffen, dass euch die Bilder, Videos und Berichte unserer Reise gefallen haben und ihr einen Einblick in unsere Arbeit und die Situation vor Ort gewinnen konntet. Besonders wichtig ist uns, dass ihr anhand der Berichte sehen könnt, dass die Spendengelder genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden – in den Dörfern, bei den Schulen, bei den Kindern.

Lasst uns gemeinsam weitermachen! Herzlichen Dank für eure Unterstützung!

Es grüßt herzlichst
Claudia Blech und der Rest der Reisegruppe

Spenden bitte überweisen an: 
Solidaritätskreis Westafrika e.V. auf das Konto Kreissparkasse Vulkaneifel
IBAN DE77 5865 1240 0002 0101 71
BIC: MALADE51DAU

Spendenquittungen werden unaufgefordert zugesandt (Bitte Adresse im Verwendungszweck angeben)

Gruppenfoto mit Anselm und Familie

15.01.2026 von Claudia

Ein Wiedersehen nach 24 Jahren – AMPO im Herzen

Nach 24 Jahren kam es zu einem Wiedersehen, das mich tief bewegt hat: ein Treffen mit 20 ehemaligen Kindern des Waisenheims AMPO. Kinder, die einst unseren Alltag geprägt haben, die uns ans Herz gewachsen sind – und die heute erwachsene Menschen mit eigenen Lebenswegen sind.

Damals habe ich mein Anerkennungsjahr im Waisenheim AMPO gemacht. Mein Mann Jens und ich haben ein ganzes Jahr dort im Heim gewohnt. AMPO war nicht nur ein Arbeitsplatz, es war unser Zuhause. Die Kinder waren nicht einfach „Kinder im Heim“ – sie waren Teil unseres Lebens, unseres Alltags, unseres Herzens.

Und nun standen sie vor mir. Nach so vielen Jahren. In ihren Gesichtern konnte ich noch immer etwas von den Kindern von damals erkennen, und doch waren sie so sehr gewachsen – innerlich wie äußerlich. Schreiner, Schneider, Lehrer, Krankenpfleger … jeder von ihnen hat seinen eigenen Weg gefunden. Zu sehen, wie sie ihren Platz im Leben gefunden haben, erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit und großer Demut.

Das Wiedersehen war überwältigend emotional – für mich, aber auch für sie. Alte Erinnerungen wurden wach, Lachen und Tränen lagen nah beieinander. Es war, als würde die Vergangenheit für einen Moment wieder lebendig.
Voller Dankbarkeit und Freude liege ich für die letzte Nacht in meinem Zelt in Ouagadougou.

14.01.2026 von Noah

Der Tag begann um halb sechs mit großer Aufregung, weil Tina und Nadja zunächst nicht aufzufinden waren. Nach kurzer Suche entdeckten wir sie entspannt im Aufenthaltsraum beim Tee. Danach beluden wir die Pick-ups und machten uns ohne richtiges Frühstück auf den Weg zur Einweihung nach Kouloho.

Unterwegs hielten wir für Baguettes und zum Tanken an. Nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrt wurden wir in Kouloho von den Schülern mit einem Spalier begrüßt, was uns eher unangenehm war, während Mama und Anselm es gelassen nahmen. Es folgten Gesang, Tänze und später die Reden der Politiker.

Wir erhielten Stoffe, ein Schaf und 500 kg Mais als Geschenk. Zu Balafon-Musik wurde getanzt, und Mama ließ sich sogar zu einer Runde auf der Tanzfläche überreden. Anschließend wurde die neue Schule feierlich eröffnet und besichtigt.

Zum Abschluss aßen und tranken wir in einer Dorfkneipe und fahren danach zurück nach Ouagadougou, wo sich alle auf ein Bad im Pool freuen

Claudia macht den Bezirksbürgermeister darauf aufmerksam, dass in der Kneipe nur Männer sitzen und die Frauen arbeiten müssen. Er gibt ihr sein Wort, dass es beim nächsten Mal genau umgekehrt sein wird.

13.01.2026 von Nadija

Es hatte sich schon angedeutet, beim Aufstehen war dann klar: mindestens 3 von uns haben sich irgendwie erkältet.

Mit Halstüchern, Lutschpastillen und Halsspray bewaffnet machen wir uns trotzdem alle um 7:30 auf den Weg nach Kimi zur Einweihung.

Bei Kilometer 98 auf der N27 Richtung Diébougou plötzlich Stopp: am Pickup 1 haben wir vorne links einen Platten. Also alle Mann aussteigen, bis das Reserverad montiert ist.

Und wie wir feststellen, war das auch der bessere Moment für einen Platten. Denn kurz darauf biegen wir wieder auf eine Buckelpiste ab.

In Kimi sehen wir zum ersten Mal die traditionellen Jäger, mit ihren mit Messern und Totems voll behängten Gürteln. Eine Gruppe Frauen zeigt uns ihren ihren traditionellen Tanz.

Auf der Weiterfahrt trennen wir uns: Pickup 2 wird zum „Krankenwagen“, weil wir uns lieber etwas in der Mission auszuruhen. Und für die lange Fahrt nach Ouagadougou morgen fit sind.

Von Claudia: Einweihung der neuen Grundschule in Kiri

Wir sind zu früh angekommen. Doch der Ort selbst machte sofort Eindruck: Eine großzügige Fläche, die von einer Privatperson zur Verfügung gestellt wurde, voller Leben und Zukunft. Sechs Klassen wird diese Schule beherbergen, und alle sind bereits jetzt vollständig belegt. Allein in der ersten Klasse beginnen unglaubliche 115 Schulkinder ihren neuen Lebensabschnitt – ein Zeichen dafür, wie dringend diese Schule gebraucht wird.

Überall spürt man Aufbruch und Engagement. Die Kinder haben mit sichtbarem Stolz junge Bäume gepflanzt, kleine Zeichen der Hoffnung, die mit ihnen wachsen werden. Gleich nebenan hat die Nachbarschule einen großen Gemüsegarten angelegt – ein grünes Klassenzimmer, das Lernen und Natur auf wunderbare Weise verbindet.

Da wir so früh dran sind, übernimmt Lukas spontan die Animation für rund 200 Kinder. Eine halbe Stunde lang lachen, staunen und jubeln sie – Lukas gibt alles. Die Kinder hängen an seinen Lippen, amüsieren sich köstlich, bis Lukas schließlich völlig erschöpft, aber glücklich ist.

Dann beginnen die offiziellen Reden. Sie sind wichtig, aber nach der lebendigen Energie der Kinder wirken sie doch etwas langatmig. Anschließend besichtigen wir das neue Schulgebäude: helle Räume, viel Platz, eine Atmosphäre, in der Lernen Freude machen kann.

Zum Abschluss essen wir noch schnell einen Salat – ein kleiner Moment der Ruhe –, denn der Tag ist noch nicht vorbei. Wir sind bereits zum nächsten Essen verabredet. Zurück bleibt das Gefühl, Teil von etwas Bedeutendem gewesen zu sein: einem Ort, an dem Zukunft beginnt.

12.01.2026 von Christina

Am Morgen verabschiedeten wir uns von den Mädchen und Schwestern im Foyer, wo wir eine sehr schöne Zeit verbracht hatten.

Unsere erste Station war die Schule in Wempea 1. Dort überprüften wir die Reparaturen und die neu gepflanzten Bäume. Eine Wette zwischen Klaus und Edmund sorgte für Spannung, doch schon aus der Ferne war klar: Die Bäume stehen – sehr zur Freude aller, auch wenn es für Klaus teuer wird.

Auf dem Weg nach Moussaboudougou veränderte sich die Landschaft, und die Straßen wurden zunehmend schlechter. In dem Dorf, dessen Name „Dorf der dicken Frauen“ bedeutet, wurden wir von vielen Kindern empfangen. Nach Reden, Tänzen und einem gemeinsamen Essen führte uns der Weg weiter zur nächsten Einweihung.

In Gnafango wurden wir mit Balafonmusik und Gesang der Frauen empfangen. Es war eine große Einweihung mit vielen Kindern. Dort zeigte sich leider, dass die Schule bereits einige Schäden aufwies, da das Dorf beim Bau nur sehr schlecht mitgearbeitet hatte. In der Menge entdeckte ich drei Albinos und konnte ihnen mit Sonnenbrillen eine kleine Freude machen, um ihre Augen vor der Sonne zu schützen. Im Anschluss drehte ich noch eine Runde mit der Kamera über den Schulhof, stets begleitet von einem Pulk Kinder.

Am Abend traten wir den anstrengenden Rückweg an und erreichten bei Einbruch der Dunkelheit Bobo-Dioulasso. Zurück in der Mission luden wir die Fahrzeuge aus und bezogen unsere Zimmer.

6:45, alle Zelte abgebaut und die Koffer gepackt- es geht zurück nach Bobo. Auf dem Weg werden wir noch zwei Einweihungsfeiern und einen Kontrollbesuch machen!
Schöne Nachricht aus Wempea 1, Claudias Schimpfen hat geholfen, sie haben 24 große Bäume gepflanzt und die Bänke repariert!

11.01.2026 von Claudia


Der Tag beginnt voller Leben: Mit dem Pick-up fahre ich durch den Markt von Banfora. Auf der Ladefläche liegen zwei große Säcke Kohl, dazu Auberginen und Zucchini. Eine Gruppe Mädchen ist für eine Woche fürs Kochen eingeteilt und erledigt mit viel Lachen und Energie die Einkäufe. Der Markt ist bunt, laut und einfach wunderbar lebendig.

Später folgt ein kleines Fotoshooting: Jede der Mädchen darf ein Foto machen, anschließend einen Fragebogen ausfüllen – und als Überraschung bekommt jede ein Paar Ohrringe geschenkt. Die Freude darüber ist riesig, es wird gelacht, bestaunt und sofort ausprobiert.

Am Nachmittag bespreche ich mit Soeur Pelagie die Finanzen des Internats und die Situation der einzelnen Mädchen. Währenddessen tobt ganz in der Nähe ein Fußballmatch: Zwei Gruppen spielen barfuß gegeneinander, die Stimmung ist wahnsinnig. Lautes Anfeuern, Jubelrufe und pure Begeisterung erfüllen die Luft.

Am Abend sitzen wir schließlich zusammen und basteln Armbänder. Mit bunten Perlen und Schnüren wird geknüpft, gefädelt und ausprobiert. Es ist ein ruhiger, fröhlicher Ausklang eines erfüllten Tages.

10.01.2026 von Claudia

Wir erleben eine wunderbare Einweihungsfeier der Grundschule Tiéfora 2. Die Direktorin und ihr junger Kollege, die im vergangenen Jahr den Antrag gestellt haben, empfangen uns überaus herzlich – mit offenen Armen und warmen Umarmungen. Der gesamte Schulhof ist beeindruckend sauber und gepflegt, ebenso die Klassenräume. Man spürt sofort den Stolz auf diese Schule.

Finanziert wurde sie durch den Spendenlauf der Grundschule Hillesheim. In meiner Rede erzähle ich davon, wie die Kinder in Hillesheim unermüdlich Runde um Runde gelaufen sind, um genügend Spenden zu sammeln. Diese Geschichte erfüllt das ganze Dorf mit großer Freude und Dankbarkeit.

Als besonderes Geschenk haben wir den Kindern den Grundschulsong aus Hillesheim mitgebracht und ihn ihnen vorgespielt. Die Direktorin beginnt spontan, gemeinsam mit den Kindern dazu zu tanzen – ein bewegender Moment voller Lebensfreude und Verbundenheit.

Wir tauschen Geschenke aus. Es ist etwas ganz Besonderes, dass die Direktorin persönlich drei Stoffgeschenke besorgt hat. Auch hier wird ihre tiefe Freude und ihr großes Engagement deutlich sichtbar. Das Dorf schenkt uns zusätzlich einen weißen Hahn und zwei Truthähne. Ich nehme einen der Truthähne in Empfang und halte ihn an den Füßen fest – erstaunlich, wie schwer dieser Vogel ist.

Anschließend besichtigen wir gemeinsam die Schule und machen unzählige Fotos: mit den wichtigen Politikern, mit den ältesten Männern und Frauen des Dorfes, mit den Lehrern, den Lehrkräften der Nachbarschule und den jungen Leuten. Währenddessen ist Christina ständig mit der Kamera unterwegs und macht viele ausdrucksstarke Porträtfotos – immer auf der Suche nach besonderen Motiven für den neuen Kalender.

Zum Abschluss werden wir großzügig bewirtet: mit kühlen Getränken, Pommes frites und Hähnchen. Wir alle bedauern sehr, dass wir am Abend wieder aufbrechen müssen, um die schwierige Sandpiste noch bei Tageslicht zu passieren. Gerne wären wir länger geblieben – an diesem besonderen Ort voller Herzlichkeit und Gemeinschaft.

Zurück im Foyer Monique.
Pünktlich zur Messe sind wir wieder im Foyer. Hier wird getanzt, getrommelt und laut gesungen. Ein Dankeswort geht an den Solidaritätskreis, an Charly und Michael, die Freiwilligen von Sophia, die Pateneltern und an alle Spender.

Viel Zeit bleibt nicht zum Innehalten, denn nach der Messe essen wir schnell. Der kulturelle Abend wartet schon, voller Versprechen. Und er hält sie alle.

Eine Gruppe mit zwei Balafonen und vielen Trommeln beginnt zu spielen. Der Rhythmus geht direkt unter die Haut. Die Mädchen vom Foyer, die Nonnen und wir – wir tanzen gemeinsam. Keine Grenzen, kein Zögern. Nur Bewegung, Freude und ein Miteinander, das Worte überflüssig macht.

Die Stimmung ist überwältigend.
Traditionelle Tänze aus allen Regionen Burkina Fasos folgen einander, jeder mit eigener Geschichte, eigener Kraft. Barfuß im Sand tanzen wir, den Boden unter den Füßen, den Rhythmus im Körper, das Lachen im Gesicht. Und wir sind mittendrin, nicht Zuschauer, sondern Teil dieses lebendigen Ganzen.

Über zwei Stunden spielt die Gruppe, unermüdlich, leidenschaftlich. Und selbst danach ist noch nicht Schluss: Die Mädchen trommeln und singen weiter mit uns, als wollten sie diesen Moment festhalten, verlängern, für immer bewahren.

Als es schließlich Mitternacht wird, sind wir todmüde – und unendlich glücklich. Mit vollen Herzen und klingenden Ohren gehen wir ins Zelt zum Schlafen.
Der Sand an den Füßen, die Musik im Kopf und das Gefühl, genau am richtigen Ort gewesen zu sein.

09.01.2026 von Claudia

Heute Morgen packen wir unsere Taschen in der Mission, denn wir werden die nächsten Nächte in Banfora übernachten. Auf dem Weg dorthin halten wir kurz in einem Dorf an, wo die Leute einen Antrag auf eine neue Schule gestellt haben. Wir möchten uns gerne die Situation vor Ort anschauen und überprüfen, ob alle Angaben stimmen. Dann fahren wir weiter zu unserer Einweihung. Wir sind heute in Wempea 1. Im letzten Jahr konnten wir die Baustelle besichtigen und haben gesehen, wie das Gebäude entsteht.
Als wir ankommen, sehen wir, dass es wohl keine große Einweihungsfeier geben wird. Das ist für uns kein Problem, denn wir haben ja schon viele Einweihungsfeiern miterlebt. Leider stellt sich schon während der Reden heraus, dass es heute sehr schwierig wird. Wir erfahren in den Reden, dass das Dorf sehr froh über die Realschule ist, denn die Kinder hätten lange und gefährliche Schulwege gehabt. Es hätte mehrere Unfälle mit Fahrrädern gegeben und teilweise seien die Mädchen schwanger zurückgekommen. Da es nur eine kleine Einweihungsfeier mit einigen wenigen Leuten ist, halte ich meine Rede spontan. Ich frage das Dorf, ob sie wissen, wofür der Zaun gebaut wurde und sie können mir die Frage beantworten, denn Ihnen ist bewusst, dass sie Bäume pflanzen sollen. Leider wurde seit der Fertigstellung der Schule vor einem Jahr kein einziger Baum gepflanzt. Als ich wie immer mir vom Direktor die Zahlen geben lasse, stellt sich heraus, dass die vier neuen Klassenräume immer noch nicht genutzt werden. Ich versuche meinen Unmut darüber sehr deutlich in Worte zu fassen, Anselm macht es auf afrikanische Art und Weise deutlich diplomatischer. Ich ärgere mich sehr, wenn die von uns finanzierten Projekte nicht umgehend genutzt werden. Der Direktor gibt an, sie hätten keine Lehrer zugewiesen bekommen. Dies habe ich an anderen Schulen schon einmal erlebt, aber nicht in dieser Dramatik. Da Wempea 1 an der Hauptstraße liegt, kann ich mir kaum vorstellen, dass sich nicht ein Lehrer findet, der bereit ist, hier zu unterrichten. Als ich dann noch bei der Besichtigung feststelle, dass viele Bänke, die erst im September von uns geliefert worden sind, schon kaputt sind und nicht repariert wurden, bin ich tief enttäuscht und auch sauer. Der Direktor und die wichtigen Personen aus dem Dorf versprechen die Bänke und die Bäume bis Montag zu reparieren. Wir werden am Montag dort wieder vorbeifahren, ich habe allerdings kaum Hoffnung, dass dann etwas geschehen ist. Manchmal müssen wir wohl akzeptieren, dass es Projekte gibt, die nicht so reibungslos laufen- was für ein Glück, dass dies die absolute Ausnahme ist.
Wir fahren weiter ins Foyer Monique nach Banfora. Nach einer herzlichen Begrüßung von den Schwestern und einigen Kindern, gibt es sogar etwas Zeit für einen Mittagsschlaf, der nach der Aufregung am Morgen gut tut. Am Nachmittag treffe ich mich mit dem Aufklärung Team, und wir haben einen sehr produktiven Austausch . Es ist immer schwierig über WhatsApp oder E-Mail zu kommunizieren, so finden wir gemeinsam viel schneller Lösungen. Es ist interessant, zuzuhören, wie sie arbeiten, welche Probleme sie haben und welche neuen Ideen. Nach einem ausgezeichneten Abendessen schaffe ich es endlich, die Mädchen in ihrem Teil zu besuchen. Wir begrüßen uns herzlich und ich versuche die Hausaufgaben mit Anita zu machen, denn sie muss für die Schule die Anwendung des deutschen Genitivs und Dativs lernen. Ich bin erstaunt, wie gut sie das macht und die Mädchen haben viel Spaß beim gemeinsamen lernen.

08.01.2026 von Lukas


Heute ging es früh los, denn es sollten wieder drei Schulen eingeweiht und zwischendurch drei weitere für Neuprojekte besichtigt werden. Also kurz „gestärkt“ mit dem kargen Frühstück aus der Mission fuhren wir um 7:20 Uhr los.
Edmund nutzt den Tag noch einmal, um an der Berufsschule sein Wissen zu teilen.

Die Strecken sind heute aufgrund der vielen Stops recht kurz. Die Besichtigungen zwischendurch sind spannend und unkomplizierter als die Einweihungen, weil nicht so viele Leute dabei sind.

Auf den Fahrten sind wir immer wieder erstaunt, wie schnell und gut unsere Chauffeure die Wege kennen. In Sarafalao sind wir bei den Klassenbesuchen erstaunt, wie diszipliniert die Kinder sind. Später zeigen sie uns aber, dass sie auch sehr laut sein können. Anselm bekommt eine Ziege geschenkt. Nicht die letzte heute.

In Yeguresso ist die zweite Schuleinweihung. Dort sind wir ein ganzes Stück zu früh, bekommen aber zum warten einen schönen Schattenplatz, wo ich mir einen kleinen Mittagsschlaf nicht verkneifen kann. Danach gibt es eine bunte Einweihung sogar mit einer Schülerin, die die deutsche Nationalhymne singt und einer, die auf deutsch eine Rede hält.
Anselm bekommt noch einen Bock geschenkt und wir bekommen gut zu Essen. Reis mit Bohnen und (natürlich) Hähnchen.

Heute ist es deutlich bewölkter und morgens waren es gerade einmal 20 Grad. Nun später am Tag wird es aber wieder ordentlich warm. Arrondissement 3 war unsere letzte Einweihung. Dort bekommen wir noch einmal Hähnchen.

Den Abend lassen wir mit Obst ausklingen und morgen gehts ins Foyer Sainte Monique.

07.01.2026 von Claudia

Die wichtigste Aufgabe während unserer Reise nach Burkina Faso ist die Planung der nächsten Projekte. Dazu haben wir für Montag die Schulbehörden und die Delegationen der einzelnen Dörfer/Stadtviertel eingeladen. In unserer Reiseplanung hatten wir den Montagvormittag vorgesehen, aber dann kam es doch ganz anders als erwartet.

Zunächst sind wir am Montag früh sehr erstaunt, dass wir nicht – wie in den letzten Jahren üblich – einen Besprechungsraum auf dem Gelände der Mission erhalten können, mit dem Argument, dass die wartenden Antragsteller die anderen Gäste stören würden.
Aber man stellt uns einen Raum in der Nähe zur Verfügung. Wir nutzen das Carport davor als Warteraum, und sehr vorausschauend hat Anselm auch noch Stühle von zu Hause mitgebracht.

Pünktlich sind zwei alte Bekannte von den Schulbehörden da, die uns bei den Sondierungen sehr gut unterstützen, viele Dinge noch einmal erklären und insbesondere Hinweise zur Erlangung der staatlichen Erlaubnis geben können.

Wir bitten die Delegationen, sich nach der Ankunftszeit in eine Liste einzutragen, aber fast alle sind pünktlich um 9:00 Uhr da, denn keiner möchte die Chance verpassen, heute sein Projekt vorzustellen. Damit uns die Sondierung leichter fällt und wir die Situation vor Ort schnell verstehen, füllen alle Antragsteller ein Formular aus. Besonders wichtig für mich ist dabei die Anzahl an Gebäuden, vorhandenen Klassenräumen und die tatsächliche Anzahl der Klassen sowie die Schülerzahlen.

Eine Delegation nach der anderen betritt den Raum. Meist sind es die Schuldirektoren, häufig begleitet von Elternvertretern, Dorfchefs und weiteren Vertretern des Dorfes.

Anselm übernimmt die Vorstellungsrunde, und ich nutze die Zeit, mir anhand des Formulars einen Überblick zu verschaffen. Alle Informationen müssen sofort sorgfältig notiert und gescannt werden, um nachher alle Anfragen gut zuzuordnen. Wir hören uns an, was sich die Delegationen wünschen – zumeist sind es zusätzliche Klassenräume. Dann müssen wir sehr exakt hinterfragen, ob diese notwendig sind: Gibt es wirklich keinen Platz mehr in der Schule? Werden Klassenräume tatsächlich für den Unterricht genutzt oder vielleicht doch als Lehrerzimmer? Gibt es andere leerstehende Gebäude wie Lehrerhäuser oder Bürogebäude, die umgebaut werden können? Und stimmen die Schülerzahlen?

An dieser Stelle wird es für mich immer absurd. Ich arbeite an einer deutschen Grundschule und weiß, wie anstrengend und hart dort die Arbeit in Klassen mit einer maximalen Klassenstärke von 25 Kindern ist. Hier in Burkina Faso sieht die Situation ganz anders aus: Die Schulen sind so überfüllt und der Bedarf so riesig, dass wir in der Grundschule häufig Klassenstärken von über 100 Kindern haben. Und für mich heißt das in unseren Auswahlgesprächen, dass ich Anfragen ablehnen muss, wenn die Anzahl der Kinder unter 100 liegt, denn an anderer Stelle ist der Bedarf noch höher.

Während des Zuhörens und Notierens versuche ich direkt zu markieren, wo neue Projekte sinnvoll sein könnten, denn es ist außerordentlich wichtig, dass wir die gemachten Angaben überprüfen und diesen Schulen in den nächsten Tagen einen Überraschungsbesuch abstatten.

So empfangen wir einen Antragsteller nach dem anderen. Mittags haben wir den Eindruck, dass die Menschenmenge vor unserem Büro gar nicht kleiner wird, und so sind wir erschrocken, dass noch so viele Delegationen warten. Da wir um 16:00 Uhr eine Einweihungsfeier haben, entscheiden wir, auf ein Mittagessen zu verzichten, durchzuarbeiten, das Programm für den nächsten Tag zu ändern und ab 8:00 Uhr die übrigen Delegationen einzuladen.

So haben wir am Ende 48 Anträge vorliegen. Am Abend füge ich die vorhandenen Infos zusammen, und Michael kann so von Deutschland aus mitdenken, wo es Sinn macht, hinzufahren und was die wichtigen Fragen sind.

Dieser Teil der Arbeit stellt sicher, dass wir unsere Spendengelder nur für Projekte ausgeben, die sinnvoll sind und bei denen die Not derzeit am größten ist.

In Bama haben wir wieder eine große Einweihungsfeier. Die Schüler machen viele schöne Vorträge, es gibt einen Jungen, der rappt und mehrere Tanzvorträge. Die besten Schüler der Schule werden geehrt. Das Gymnasium Bama ist im landesweiten Wettbewerb der Zweite Sieger. Das bedeutet, sie haben die besten Ergebnisse von den Schülern in Burkina Faso erzielt. Man merkt, dass das Dorf sehr stolz darauf ist, es wird ausgiebig den Lehrern und den Schülern gedankt. Die besten Schüler werden geehrt und erhalten Urkunden, diese Urkunden werden von den Persönlichkeiten des Ortes überreicht, diese schenken den Kindern Geld als Belohnung dazu.
Das Lycée hat über 1500 Schüler. In diesem Schuljahr sind sie ein technisches Gymnasium geworden und haben eine Landwirtschaftsklasse eröffnet.