06.01.2026 von Nadija

Für Claudia und Anselm ging es ab 8 Uhr in die zweite Runde Antragsgespräche. Gestern waren so viele Menschen ins provisorische Büro gekommen, dass die Zeit nicht reichte: Die kalkulierte Viertelstunde pro Antragsteller wird meistens überzogen. Alle erhoffen sich eine Zusammenarbeit mit dem Solidaritätskreis.

Der Rest von uns nutze die Gelegenheit für einen Abstecher auf den Stoffmarkt von Bobo. Und war überwältigt von der Auswahl an Farben und Mustern. Die „Pagnes“, so heißen die Stoffbahnen, können direkt vor Ort in maßgeschneiderte Kleider, Hosen und Hemden verwandelt werden. Dafür sitzen Dutzende Tailleurs (Schneider) mitten im Gewusel an ihren Maschinen bereit.

Irgendwie reichte die Zeit noch für ein schnelles Mittagessen. Bevor wir zur Einweihung des Lycée Provincial Mollo Sanou düsten. Das liegt im Sektor 5 von Bobo, etwa 20 Minuten von unserer Unterkunft entfernt. Theoretisch. Je nach Verkehr und Piste kann die Fahrt hier immer länger dauern.

In der drittgrößten Schule des Bezirks erwartete uns eine lärmende Menge: Schüler/innen, Lehrer/innen, Amtsträger/innen und der Dorfälteste. Der Direktor, ein unverkennbarer Charakter, fiel während seiner Rede tatsächlich auf die Knie: Die neuen Schulräume sind schon die dritten, für die er sich eingesetzt hat. Eine kleine Erfolgsgeschichte. Wir hatten alle das Gefühl, dass hier der richtige Mann am Start ist.
Die Pagnes haben uns übrigens hier nochmal verfolgt: Claudia, Anselm, unsere Bauingenieurin und Edmund bekamen ein traditionellen Stoff geschenkt.

Nach dem gemeinsamen Snack wurde es auf einmal hibbelig, die Männer verschwanden…der Afrika Cup steckte dahinter. Burkina Faso musste gegen Titelverteidiger Elfenbeinküste ran. Konnte sich aber leider nicht fürs Viertelfinale qualifizieren.

05.01.2026 von Christina


Da heute für Claudia und Anselm die Gespräche mit den Dörfern anstanden, die einen Antrag für eine neue Schule stellen, hatte der Rest der Gruppe etwas Freizeit. Zuerst sind wir mit Edmund in die Berufsschule gegangen in der er letztes Jahr mehrere Tage mit den Lehrern unterrichtet hat. Nadja ist den ganzen Tag mit ihm dort geblieben um mit der Sprache zu helfen. Später sind Klaus, Lukas, Noah und ich mit dem Chauffeur Eric losgefahren um die Altstaddt und Moschee von Bobo zu besichtigen.
Besonders witzig war es als wir in einem kleinen Geschäft waren und ich Klaus ein afrikanisches Spiel zeigte dass wir zu Hause oft spielen. Der Verkäufer forderte mich sofort zu einer Partie heraus. Danach wurde ein „Foto de famille“ gemacht. Wenn man bedenkt, dass der Verkäufer mit uns spielt, Fotos macht und noch mindestens drei andere zuschauten und alle bester Laune waren- das ganze um ein Spiel zu verkaufen was nicht einmal 10€ kostet, merkt man dass hier in Burkina Faso wirklich eine andere Welt ist.
Die Moschee war sehr eindrucksvoll. Sie wurde im 19. Jahrhundert nur aus Lehm, Stein und Holz gebaut.
Danach sind wir auf den Markt gefahren um ein paar Leckereien zu kaufen. Der Markt war auch ein besonderes Erlebnis.
Einen schönen Abschluss fand der Nachmittag mit einer tollen Einweihung einer Grundschule in Samagan.

04.01.2026 von Klaus

Gestern Abend haben wir bereits die Vorkehrungen getroffen, da wir heute Morgen spätestens um 7:00 Uhr starten. Um 5:30 Uhr klingelte der Wecker. Wir sind aufgestanden, haben schnell unsere Sachen gepackt und alles zu den Pick-ups gelegt. Claudia hat uns auf ein kurzes Frühstück eingestimmt, da wir kaum Zeit haben bis zur Abfahrt um 7:00 Uhr. Mich wundert es, dass das ganze Haus wunderbar nach Omelette roch. Nachdem wir die Moskitodome und alles andere eingepackt hatten, trafen wir uns zum Frühstück. Anselm’s Frau verwöhnte uns mit leckeren Omelette und frischen Baguettes, Kaffee und Papayas. Nachdem die Pick-ups gepackt waren, fuhren wir mit leichter Verspätung um 07.15 Uhr los. Die Straßen in Burkina Faso sind einfach ein Abenteuer. Auf den zweispurigen Fahrbahnen fährt man links und überholt rechts. Immer wieder muss man vor in die Straße eingebaute Buckel bremsen damit die Fahrzeuge langsamer fahren. Nach fast vierstündiger Fahrt konnten wir eine 1/4 Stunde pausieren und einen Cappuccino genießen. Dann ging es weiter zur ersten Einweihungsfeier in Dohoun. Der Bau war ein Erweiterungsbau von der ersten Schule aus dem Jahr 2017. Wir konnten beide Schulen besichtigen und es war alles in bester Ordnung. Anschließend wurden wir ins Dorf zum Mittagessen eingeladen. Wir fuhren weiter zur zweiten Schule, die wir um 15:00 Uhr eingeweiht haben. Diese Schule steht auf einem großen Gelände mit zwei weiteren Schulen vom Verein sowie weiteren Schulen von der Regierung. Nach der Einweihung ging es weitere 2 Stunden bis Bobo Dioulasso. Um 19:00 Uhr sind wir an
unserer Unterkunft angekommen und haben im Pavillon vor der Unterkunft, das leckere Obst vom Markt gegessen, um den Tag abzuschließen. Burkina Faso ist ein Traum und ein Abenteuer zugleich.

Heute besuchen wir die Schule in Kari. Diese Schule ist ein großes Gymnasium, sie besteht aus vier Gebäuden und insgesamt 13 Klassenräumen. Die Klassen sind alle sehr gut besetzt, teilweise mit 130 Kindern in der Klasse.
Wir haben an diesem Ort 2012 vier Klassen gebaut, 2014 noch einmal erweitert und jetzt die Schule eingeweiht, die wir 2023 erstellt haben. Leider hat die Bevölkerung sich nicht gut an den Baumaßnahmen beteiligt, so dass der Bauunternehmer mit wenigen Angestellten die Schule alleine bauen musste. Ebenfalls wurden keine Bäume gepflanzt, obwohl man sehen konnte, dass der Schatten an den alten Schulen hervorragend ist, wenn man ausreichend Bäumen pflanzt.


Die Klassenräume in dem neuen Gebäude waren gut gepflegt, ebenso die Bänke und sehr schön von den Schülern dekoriert.

03.01.2026 von Lukas


Heute konnten wir entspannt in den Tag starten. Nach einer ruhigen Nacht auf der Dachterrasse wurden wir vom Hahn und dem Muezzin der naheliegenden Moschee geweckt. Ein gutes Frühstück mit Baguette und Marmelade, sowie süßen Teilchen hat uns gestärkt losfahren lassen nach Sidogo.

Die Fahrt durch die Stadt zeigt uns auch nochmal die Trockenheit, die gerade herrscht und die Armut der Menschen.

Leider wurden wir zweimal von der Polizei angehalten, so dass wir verspätet bei der ersten Schuleinweihung ankamen.

Dennoch wurden wir sehr herzlich begrüßt und nachdem Claudia mit dem Schulleiter die organisatorischen Dinge geklärt hat begann die Einweihung. Wir sitzen den Dorfbewohnern gegenüber, der Direktor spricht und stellt die Lehrer und Elternvertreter vor. Nach einigen Reden wurden Gastgeschenke ausgetauscht (Claudia hat eine Ziege und zwei Hähne bekommen). Anschließend wurden wir zum Essen eingeladen. Hähnchen, Gemüse, Bohnenstampf haben uns allen geschmeckt.
Edmund tanzte danach noch mit den Dorfbewohnern.
Auf der Rückreise merkten wir alle unsere Müdigkeit.

Doch der Botschafter wartet und so fahren wir noch auf ein Getränk zu ihm. Es ist interessant seine Sicht zu hören. Er erzählt uns sehr viel über die aktuelle Lage in Burkina Faso.

Bei Anselm konnten wir den Abend wieder ausklingen lassen und jetzt fallen wir gleich schnell ins Bett, denn morgen geht es schon um 7 Uhr wieder weiter.

02.01.2026Von Claudia Blech

Das neue Jahr startet direkt mit einem großen Abenteuer: Wir sind wieder unterwegs nach Burkina Faso. In den nächsten beiden Wochen möchten wir 19 Schulen einweihen, möglichst viele alte Projekte besuchen, Gespräche zu Anträgen führen und das Mädcheninternat im Foyer Monique besuchen.

In diesem Jahr reisen wir mit sieben Personen. Michael pausiert, und Charly hat entschieden, dass er nach drei Jahren Verabschiedung in Burkina in diesem Jahr wirklich nicht mehr mitfahren möchte. So liegt die Hauptverantwortung in diesem Jahr bei mir – eine Rolle, die ich nicht unbedingt gerne habe, aber hoffentlich gestemmt bekomme.

Edmund ist schon häufig mit dem Solidaritätskreis in Burkina gewesen, und Nadija hat ebenfalls Afrika-Erfahrung. Unser Sohn Noah erlebt dieses Abenteuer zum ersten Mal, und ich bin gespannt, wie das Land und die Menschen aus der Perspektive eines 16-Jährigen gesehen werden. Christina, Michaels Frau, nutzt die Möglichkeit, Burkina Faso live zu erleben – ein Land, mit dem sie sich bisher vor allem durch die Buchhaltung für den Verein und durch Erzählungen intensiv beschäftigt hat. Außerdem begleiten uns Lukas und Klaus – beide ebenfalls zum ersten Mal in Burkina Faso.

Wir starten um 5:30 Uhr in Hillesheim – pünktlich hat es in der Nacht zum ersten Mal geschneit. Die Fahrt zum Flughafen und das Einchecken verlaufen problemlos, sodass wir entspannt warten können, bis der Flug losgeht.

Nach einem guten Flug erwartet uns Ouagadougou mit 37 Grad. Nach einigen Passkontrollen hängen wir mal wieder beim Zoll fest. Wir haben etliche Brillengläser für eine Optikerstation dabei, und diese werden beanstandet. Ich schaffe es nicht, den Zollbeamten zu überzeugen, dass es sich um eine Spende für sein Land handelt. Drei Koffer behält der Zoll und transportiert sie zum Hauptflughafen-Zoll, wo der Vorgesetzte entscheiden soll, wie viel Zoll wir zahlen müssen.

Die Gruppe fährt schon einmal zu Anselm nach Hause, und Anselm und ich fahren zum Zoll. Zuerst heißt es, es werde nicht mehr gearbeitet und wir sollen morgen wiederkommen, doch dann entscheidet der Chef, dass wir doch noch kontrolliert werden können. Ich packe alle Geschenke aus, erkläre viel, und Anselm berichtet über unseren Verein. Dann warten wir – und bekommen schließlich die erfreuliche Nachricht, dass wir ohne Zahlung weiterfahren dürfen. Erleichtert fahren wir ebenfalls zu Anselm.

Nun können wir entspannt den ersten Abend ausklingen lassen, bevor wir uns in unsere Moskitodome auf der Terrasse zurückziehen