Wir erleben eine wunderbare Einweihungsfeier der Grundschule Tiéfora 2. Die Direktorin und ihr junger Kollege, die im vergangenen Jahr den Antrag gestellt haben, empfangen uns überaus herzlich – mit offenen Armen und warmen Umarmungen. Der gesamte Schulhof ist beeindruckend sauber und gepflegt, ebenso die Klassenräume. Man spürt sofort den Stolz auf diese Schule.
Finanziert wurde sie durch den Spendenlauf der Grundschule Hillesheim. In meiner Rede erzähle ich davon, wie die Kinder in Hillesheim unermüdlich Runde um Runde gelaufen sind, um genügend Spenden zu sammeln. Diese Geschichte erfüllt das ganze Dorf mit großer Freude und Dankbarkeit.
Als besonderes Geschenk haben wir den Kindern den Grundschulsong aus Hillesheim mitgebracht und ihn ihnen vorgespielt. Die Direktorin beginnt spontan, gemeinsam mit den Kindern dazu zu tanzen – ein bewegender Moment voller Lebensfreude und Verbundenheit.
Wir tauschen Geschenke aus. Es ist etwas ganz Besonderes, dass die Direktorin persönlich drei Stoffgeschenke besorgt hat. Auch hier wird ihre tiefe Freude und ihr großes Engagement deutlich sichtbar. Das Dorf schenkt uns zusätzlich einen weißen Hahn und zwei Truthähne. Ich nehme einen der Truthähne in Empfang und halte ihn an den Füßen fest – erstaunlich, wie schwer dieser Vogel ist.
Anschließend besichtigen wir gemeinsam die Schule und machen unzählige Fotos: mit den wichtigen Politikern, mit den ältesten Männern und Frauen des Dorfes, mit den Lehrern, den Lehrkräften der Nachbarschule und den jungen Leuten. Währenddessen ist Christina ständig mit der Kamera unterwegs und macht viele ausdrucksstarke Porträtfotos – immer auf der Suche nach besonderen Motiven für den neuen Kalender.
Zum Abschluss werden wir großzügig bewirtet: mit kühlen Getränken, Pommes frites und Hähnchen. Wir alle bedauern sehr, dass wir am Abend wieder aufbrechen müssen, um die schwierige Sandpiste noch bei Tageslicht zu passieren. Gerne wären wir länger geblieben – an diesem besonderen Ort voller Herzlichkeit und Gemeinschaft.



Zurück im Foyer Monique.
Pünktlich zur Messe sind wir wieder im Foyer. Hier wird getanzt, getrommelt und laut gesungen. Ein Dankeswort geht an den Solidaritätskreis, an Charly und Michael, die Freiwilligen von Sophia, die Pateneltern und an alle Spender.
Viel Zeit bleibt nicht zum Innehalten, denn nach der Messe essen wir schnell. Der kulturelle Abend wartet schon, voller Versprechen. Und er hält sie alle.
Eine Gruppe mit zwei Balafonen und vielen Trommeln beginnt zu spielen. Der Rhythmus geht direkt unter die Haut. Die Mädchen vom Foyer, die Nonnen und wir – wir tanzen gemeinsam. Keine Grenzen, kein Zögern. Nur Bewegung, Freude und ein Miteinander, das Worte überflüssig macht.
Die Stimmung ist überwältigend.
Traditionelle Tänze aus allen Regionen Burkina Fasos folgen einander, jeder mit eigener Geschichte, eigener Kraft. Barfuß im Sand tanzen wir, den Boden unter den Füßen, den Rhythmus im Körper, das Lachen im Gesicht. Und wir sind mittendrin, nicht Zuschauer, sondern Teil dieses lebendigen Ganzen.
Über zwei Stunden spielt die Gruppe, unermüdlich, leidenschaftlich. Und selbst danach ist noch nicht Schluss: Die Mädchen trommeln und singen weiter mit uns, als wollten sie diesen Moment festhalten, verlängern, für immer bewahren.
Als es schließlich Mitternacht wird, sind wir todmüde – und unendlich glücklich. Mit vollen Herzen und klingenden Ohren gehen wir ins Zelt zum Schlafen.
Der Sand an den Füßen, die Musik im Kopf und das Gefühl, genau am richtigen Ort gewesen zu sein.
