Liebe Freunde des Solidaritätskreises Westafrika

seit unserem letzten Rundbrief vom 1. März 2020 ist ein halbes Jahr vergangen. Wegen der Corona-Pandemie mussten wir die für den 27. März angekündigte Mitgliederversammlung absagen. Jana Gratz kehrte vorzeitig aus Burkina Faso zurück und es ist noch nicht sicher, ob Anna Gachet aus Konz ein Freiwilligenjahr im Foyer Sainte Monique ableisten kann. Nina Paré ist als Reverse-Freiwillige nach Deutschland gekommen, arbeitet im Kindergarten Stadtkyll und wohnt bei der Familie Linden.

In Burkina Faso waren die Schulen zeitweise wegen Corona geschlossen worden, aber die Abschlussprüfungen fanden statt. Die Situation in Burkina Faso hat sich weiter verschlechtert. Es gab weitere Terrorüberfälle und fast 1 Million Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Es wird befürchtet, dass es zu einer Hungersnot kommt.

Trotz dieser Umstände konnten wir am 30. April unser Schulbauprogramm 2017-2019 abschließen und unser Schulbauprogramm 2019-2021 ohne Verzögerungen weiterführen. Für dieses Programm haben wir vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) einen Zuschuss von 1,2 Millionen Euro erhalten und wollen zusammen mit unseren Spendengeldern 31 neue Collèges (Realschulen, unsere Klassenstufen 7-10) und 11 neue Grundschulen (Klassenstufen 1-6) bauen und 14 Brunnen bohren.  Am 1. August waren bereits 35 Schulen fertig gestellt bzw. im Bau und nur bei 7 Schulen war mit dem Bau noch nicht begonnen worden, weil die Bevölkerung noch nicht den erforderlichen Kies und Sand gesammelt und zur Baustelle transportiert hatte. Es kam also zu keinen Verzögerungen!

Wir haben beim BMZ den Antrag gestellt, unser neues Schulbauprogramm 2020-2022 mit 600.000 Euro zu bezuschussen. In diesem Programm wollen wir 11 Collèges und 7 Grundschulen bauen und 8 Brunnen bohren. Außerdem wollen wir den Aufklärungsunterricht an den von uns gebauten Collèges durch Ppfilles/AMPO weiterführen und auch den Aufklärungsunterricht in der Umgebung von Banfora durch das Foyer Sainte Monique ausweiten. Ferner wollen wir einen weiteren Allrad bei BEGECA, der kirchlichen Beschaffungsstelle in Aachen, kaufen und eine neu gebildete Gruppe soll zusätzlich an den von uns bereits gebauten Schulen Kurse über die Bedeutung von Baumpflanzungen und Wasserbewirtschaftung in der Sahelzone abhalten und über Hygiene aufklären und die Elternvertretungen für ihre zahlreichen Aufgaben ausbilden. Sie soll auch, soweit erforderlich, innerhalb der Zäune mit den Schülern zusammen zahlreiche Bäume pflanzen und gegebenenfalls mit den Eltern defekte Schulbänke vor Ort sofort reparieren. Die Einzelheiten können Sie aus der Anlage „Kalkulation 2020-2022“ entnehmen. Da uns das BMZ erlaubte, unsere Eigenmittel bereits jetzt einzusetzen und mit den Bauten zu beginnen, haben wir die 18 Orte aufgefordert, Sand, Kies und Steine zu sammeln und zu den Baustellen zu transportieren.

Jede Frau in Burkina bekommt zur Zeit noch durchschnittlich 5,7 Kinder, sodass sich die Bevölkerung binnen 20 Jahren von 20 auf 40 Millionen Einwohner verdoppeln würde. Bei einer solchen Bevölkerungsexplosion ist eine Entwicklung und Ernährung kaum möglich.

Die Zusammenarbeit mit dem Mädcheninternat Foyer Sainte Monique in Banfora verlief im Schuljahr 2019/2020 reibungslos. Dem Foyer wurden aus Sonderspenden 28.479 Euro zur Verfügung gestellt, wovon 11.789 Euro für das Schulgeld bzw. Studium von 58 Mädchen verwandt wurden, 9.212 Euro für Lebensmittel und 7.478 Euro für Reparaturen, vor allem beim Gästehauses. Für Computer- Nachhilfe und Aufklärungsunterricht wurden von den deutschen Freiwilligen weitere 3.400 Euro ausgegeben und für das Studium von Raissa Sanou in Ghana haben wir weitere 2.616 Euro aufgewendet.

Es grüßt herzlich

Michael Simonis

 

  1. Vorsitzender des Solidaritätskreises Westafrika e.V.
    Martinstraße 6 in 54576 Hillesheim